Bauspar-Darlehen

Voraussetzung für die Gewährung eines Bauspar-Darlehens ist der Abschluss eines Bausparvertrages. Mit Abschluss dieses Vertrages werden die Bausparsumme und die Sparrate festgelegt, mit der der Vertrag angespart wird. Sobald, je nach Tarifvariante, 40% - 50% der Bausparsumme angespart sind (Mindestbausparguthaben), gewährt die Bausparkasse ein Bauspardarlehen. Zu welchem Zeitpunkt dieses ausgezahlt wird, steht bei Abschluss des Bausparvertrages nicht fest.

Der Zeitpunkt richtet sich nach der wirtschaftlichen Lage der Bausparkasse, die wiederum davon abhängt wie viele Bausparer wie viel Geld auf ihre Bausparverträge einzahlen und wie viele Bausparer ihr Darlehen zurückzahlen. Je mehr Geld die Bausparkasse einnimmt (Bausparboom), desto eher bekommt man das Darlehen. Je weniger sie einnimmt (Bausparflaute), desto länger dauert es. Vor Ablauf von 18 Monaten seit Vertragsbeginn erhält man auf keinen Fall das Darlehen, diese Frist ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Ein gutes Beispiel zur Veranschaulichung ist die Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990. Die westdeutschen Bausparer mussten zu dieser Zeit relativ lange auf die Zuteilung eines Bauspardarlehens warten, weil in den alten Bundesländern nicht mehr so fleißig in Bausparverträge eingezahlt wurde wie noch einige Jahre zuvor. Dann kam der Bausparboom der Ostdeutschen, und deren Einzahlungen sorgten dafür, dass die Westdeutschen viel schneller als zuvor ihre Darlehen zugeteilt bekamen.

Der Anteil von 40% oder 50% der Bausparsumme kann in Raten angespart oder in einer Einmalzahlung geleistet werden. Das Darlehen wird frühestens nach Ablauf der gesetzlichen Mindestwartezeit gewährt. Die Bausparkasse zahlt auf die Einzahlungen Zinsen, die jedoch im Vergleich zu den Zinsen anderer Geldanlagen weniger attraktiv sind.

Wenn das Bauspardarlehen ausgezahlt ist, beginnt die Zinszahlung und die Tilgung des Darlehens nach dem gleichen Prinzip wie beim Annuitätendarlehen der Banken und Sparkassen. Der Darlehenszinssatz wurde schon beim Abschluss des Bausparvertrages festgeschrieben. Er ist vollkommen unabhängig vom Zinsniveau des Kapitalmarktes

Welche Gebühren können anfallen?

  • Abschlussgebühr
  • Kontoführungsgebühr
  • Gebühr für die Kundenzeitschrift
  • und gegebenenfalls weitere Gebühren

Die Gebühren können die Finanzierung um einiges verteuern. Ein Vergleich verschiedenster Anbieter lohnt sich.

Wie wird das Guthaben verzinst?

Wer Geld auf einen Bausparvertrag einzahlt, bekommt auf diese Einzahlung Zinsen, die mit 2% bis 2,5% etwa auf Sparbuch-Niveau liegen. Es gibt auch Tarife mit einer höheren Verzinsung. Diese sehen jedoch in der Regel auch einen höheren Darlehenszins vor. Eine attraktivere Verzinsung kann man beim Bausparen mit so genannten Bausparprämien, einer Art staatlichen und betrieblichen Förderung, erzielen.

Wie hoch sollte der Ansparbetrag sein?

Die Bausparsumme muss in einem angemessenen Verhältnis zum Ansparbeitrag stehen, denn nur so hat der Bausparer die Chance, die nötigen 40%, bzw. 50% der Bausparsumme innerhalb der geplanten Sparzeit zu erreichen. Eine Bausparsumme von 100.000 € steht beispielsweise in keinem Verhältnis zu einem Ansparbeitrag von 50 € monatlich: Es würde Jahrzehnte dauern, ehe die nötigen 40.000 € Mindestbausparguthaben angespart sind.

Wann wird das Darlehen ausgezahlt?

Das Erreichen von 40%, bzw. 50% der Bausparsumme bedeutet nicht, dass dann in jedem Fall sofort das Bauspardarlehen ausgezahlt wird. Hierüber erhält man keine feste Zusage. Bei Abschluss des Bausparvertrags wird nur eine grobe Schätzung abgeben, da niemand weiß, wie einige Jahre später die konkrete Situation sein wird. Dieser Umstand ist bei der Planung zu berücksichtigen.

Was bedeutet Zwischenfinanzierung?

Stellen Sie sich folgende Situation vor: 40% bzw. 50% der Bausparsumme sind angespart und das Traumhaus ist gefunden. Wenn das Bauspardarlehen wegen der oben beschriebenen Gründe aber noch nicht ausgezahlt wird, muss ein so genannter Zwischenkredit aufgenommen werden - und zwar in Höhe der gesamten Bausparsumme. Damit liegt er natürlich höher als das Bauspardarlehen und umfasst auch den Teil, der selbst angespart wurde. Die Bausparkasse zahlt für die Zeit der Zwischenfinanzierung zwar auf das Guthaben weiterhin Zinsen (siehe oben), für den Kredit fallen jedoch zusätzliche Kreditzinsen an. Aktuelle Zinssätze finden Sie z.B. in der Zinsübersicht der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Was bedeutet Todesfallabsicherung?

Die Bausparkassen bestehen teilweise darauf, dass eine Todesfall-Lebensversicherung vorhanden ist, die jedoch zu einer Verteuerung der Finanzierung führt. Ist bereits ein Todesfallschutz vorhanden, entfällt diese Mehrausgabe.

Fazit:

Dem Vorteil des niedrigen Darlehenszinssatzes stehen einige Nachteile gegenüber. Der Bausparer sollte sich vorher im Klaren sein, dass das Bauspar-Finanzierungskonzept am Ende eventuell teurer sein könnte als eine herkömmliche Baufinanzierung. Es muss aber nicht zwangsweise teurer sein.

Da die Zukunft immer ungewiss ist, lässt sich auch nicht verbindlich ausrechnen, welche Finanzierungsform am Ende die wirklich günstigere ist. Es können nur Szenarien berechnet werden: Was wäre, wenn ein bestimmter Umstand einträte, also zum Beispiel die Verlängerung der Zeit bis zur Zuteilung eines Bauspardarlehens oder die Änderung des Zinsniveaus für Hypothekendarlehen der Banken? Welche Auswirkungen hätte das auf die jeweilige Finanzierungsform?

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